Die Sonne in den Tank! – Solare Mobilität
Die
viel beschworene Klimaneutralität von Elektroautos wird natürlich
nur erreicht, wenn die Produktion des getankten Stroms klimaneutral
erfolgt. Wer die CO2-Produktion lediglich aus dem Fahrzeugmotor
in die Generatoren von Kohlekraftwerken verlegt, hat damit noch
keinen Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Eine Analyse der Agentur
für Erneuerbare Energien (EE) zeigt, dass Elektromobilität nur
dann maßgeblich CO2 pro gefahrenen Kilometer einspart, wenn
der Strom aus Erneuerbaren Energien (EE) stammt. Ziel der Bundesregierung
ist immerhin ein Anteil EE an der Stromversorgung von 35% im
Jahr 2020 und ein Elektromobilbestand von 1 Mio Fahrzeugen.
Optimal klimafreundlich ist hingegen, erneuerbar erzeugten Strom direkt am Ort der Entstehung in das Elektroauto zu übertragen. Da Photovoltaikanlagen auch auf noch so kleine Dachflächen passen und schon im Größen von nur 20 qm für den Betrieb von Elektroautos interessant werden, bietet Solarstrom unter allen Erneuerbaren Energien die besten Möglichkeiten für die Versorgung von E-Autos.
Autos benötigen immer eine Parkfläche, so dass es sich anbietet,
Parkplätze mit Solarcarports auszustatten. Die Fläche eines
Parkplatzes reicht aus, um mehr als zwei Drittel des jährlichen
Energiebedarfs eines E-Autos durch photovoltaischer Energie
zu erzeugen. Interessant ist in diesem Zusammenhang die seit
2009 im EEG festgeschriebene finanzielle Förderung für Solarstrom,
der nicht ins Netz eingespeist sondern direkt am Ort der Entstehung
verbraucht wird.
Lohnt sich das für mich?
Mobilität im Individualverkehr ist, wie der Name schon sagt, von Nutzer zu Nutzer sehr unterschiedlich. Was erwarte ich von einem Fahrzeug, was erwarte ich von der Infrastruktur (Tanken, Werkstatt etc.) Wie umweltbewusst will ich mich auch beim Autofahren verhalten und wie viel Spaß muss es machen? All diese verschiedenen Ansprüche lassen sich hier nicht in Kürze erfassen, aber für die solare Mobilität kann man zur Erfassung der persönlichen Kosten-Nutzen-Rechnung folgende vier Kernelemente ins Feld führen:
- Eine PV-Anlage erzielt zurzeit leicht Renditen in Höhe
von 5 – 10% auf das eingesetzte Kapital. Der gewonnene Ertrag
steht für Energiesparinvestitionen zur Verfügung. Je größer
die PV-Anlage, desto höher der erwirtschaftete Ertrag. Und
ein direkter Verbrauch des Solarstroms ohne Netzeinspeisung
erhöht diesen Ertrag noch weiter.
- Eine Anschaffung eines Carports ist mit Kosten verbunden.
Wird dieser Carport allerdings mit einer PV-Anlage ausgestattet,
kann er sich nach einem bestimmten Zeitraum finanziell durch
die Erträge der PV-Anlage amortisieren. Ähnlich verhält
es sich mit den Kosten zur Anschaffung eines E-Autos.
- Ein Elektroauto hat viel geringere Betriebs- und Wartungskosten,
so dass leicht über einen Zeitraum von 10 Jahren mehr als
10.000 Euro pro Fahrzeug eingespart werden können.
- Elektromobilität hat insbesondere in Verbindung mit Erneuerbaren Energien einen sehr hohen Image- und Marketingwert. E-mobility ist im Trend und macht tatsächlich Spaß.
Die Zukunft der Mobilität – elektrisch
Zahlreiche Institutionen und Verbände beschäftigen sich seit
langer Zeit mit den Potentialen der Elektromobilität. Inzwischen
haben auch viele Unternehmen der freien Wirtschaft erkannt,
dass das Interesse an Elektroautos rasant zugenommen hat. In
einer breit angelegten Befragung hat der TÜV ermittelt, dass
insbesondere die größere Umweltverträglichkeit und die geringeren
Unterhalts- und Betriebskosten für die Anschaffung eines Elektroautos
sprechen. Dagegen sprechen aus Verbrauchersicht allerdings die
geringere Reichweite, lange Ladezeiten und der hohe Anschaffungspreis.
Jeder vierte Befragte könnte sich vorstellen, für ein E-Auto
auch 10% mehr zu bezahlen als für ein konventionelles Kraftfahrzeug.
Da Autokauf auch immer eine emotionale Entscheidung ist, hat
beispielsweise das amerikanische Unternehmen Tesla mit seinem
Roadster ein Fahrzeug auf den Markt gebracht, das in puncto
Antriebsstärke und Design mit einem Porsche auf Augenhöhe agiert.
Da Elektromotoren ihre größte Antriebskraft bei den kleinsten
Drehzahlen entwickeln, ergibt sich auch bei Elektroautos mit
gemäßigter Leistung schon ein hoher Fahrspaß. Wer einmal den
Tesla gefahren ist, ist für immer vom elektrischen Antriebsgedanken
infiziert!
Die Bundesregierung von Angela Merkel hat sich zum Ziel gesetzt,
im Jahre 2020 1Mio Elektroautos auf den Strassen zugelassen
zu haben, das wären immerhin knapp zwei Prozent des deutschen
Gesamtbestandes. Dazu wurden im Rahmen eines nationalen Entwicklungsplans
500Mio Euro aus dem Konjunkturpaket 2 für Forschung, Entwicklung
und Modellvorhaben bereitgestellt. Ein Kaufanreizprogramm ist
deshalb allerdings noch nicht entwickelt worden, ganz im Gegensatz
zu vielen anderen Nationen, die mit Einmalzahlungen oder steuerlichen
Vergünstigungen den Kauf von Elektrofahrzeugen z.T. massiv fördern.
Elektrisch betriebene Fahrzeuge benötigen Energie in Form von Strom. Doch Strom ist nicht gleich Strom. Bei der Elektromobilität ist die Herkunft entscheidend:
Nur wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen wie Sonnenergie
kommt, wird jene tatsächlich emissionsfrei. Die Stromversorgung
kann netzgebundenen oder netzunabhängig erfolgen. Bei netzgebundenen
Ladestationen produziert die Photovoltaik-Anlage die Menge an
Strom, die von den Elektrofahrzeugen an den Ladestellen „getankt“
wird. Bei netzunabhängiger Versorgung erfolgt eine Zwischenpufferung
des photovoltaisch erzeugten Stroms in einem Energiespeicher.









